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Wednesday, August 13. 2008Münchner Tangueros in Buenos AiresEs wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag. Das Sommerloch lässt grüßen. Da kommt mir der Blog von Christian und Helga gerade recht: http://elduendetango.blogspot.com/ Man könnte fast neidisch werden. Aber, nachdem ich ja schon fast unter Entzugserscheinungen litt, bin ich schon froh, dass ich es seit geraumer Zeit schaffe, auch wieder öfter in Sachen Tango unterwegs zu sein. Und da geht noch mehr - zumindest hab ich es mir vorgenommen! Tuesday, June 24. 2008Wasser statt Berge
Eigentlich wollten wir wandern gehen. Dann wurde relativ spontan umdisponiert, und alle wollen paddeln gehen. Im Schlauchboot die Isar hinab, von Bad Tölz bis Wolfratshausen. Im Prinzip ne super Idee von Sabine, paddeln finde ich ja schon seit langem auch sehr reizvoll, es fehlte nur immer an der Gelegenheit.
Aber andererseits, ich kann noch nicht paddeln, und dann auch noch mit 7 Leuten, die ich kaum oder gar nicht kenne. Erst 1x war ich bei ihrem monatlichen Reisestammtisch dabei. Auweia!! Nein danke, damit bin ich dann doch überfordert. Die nächste Bootspartie ist zwar schon geplant, aber -zumindest zu meinem Bedauern- an genau dem Wochenende, wo ich endlich mal wieder beim Reiten bin... Saturday, June 7. 2008Mercedes Sosa in MünchenIst es wirklich schon 3 Jahre her? Tatsächlich, vor 3 Jahren sollte sie ein Konzert geben, das dann leider kurzfristig abgesagt werden musste. Und nun, nach überstandener Krankheit betritt die Stimme des demokratischen Lateinamerikas mit großer Kraft wieder die großen Bühnen der Welt. „La Negra", wie Mercedes Sosa auch genannt wird, ist Argentiniens international geschätzter Weltstar. „Unsere Lieder müssen ein Alarmschrei sein und doch keine Protest- oder Bekenntnislieder. Es sind einfach ehrliche und authentische Lieder aus Alltag, Liebe und Leben", so Mercedes Sosa über sich. Auf ihrer Deutschlandtournee spielt sie u.a. in der Berliner Philharmonie und der Hamburger Musikhalle und eben auch im Gasteig hier in München, am Dienstag, 21. Oktober 08. Ich hab zwar noch keine Ahnung, was im Oktober alles sein wird, aber das kann ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Zwei Karten hab ich schon bestellt. Mal sehen, wen ich dazu mitnehme. Tuesday, May 27. 2008Weitwanderweg oder PartymeileIch hatte mich zu einer 10-tägigen Weitwanderung angemeldet. Bei Wikipedia finde ich dazu eine Definition, die auch meinem Verständnis weitgehend entspricht: Trekking bezeichnet eine besondere Form des Wanderns, das Zurücklegen einer längeren Strecke mit Gepäck, über einen längeren Zeitraum und unter weitestgehendem Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastruktur. Die Motivation liegt meist im intensiven Erlebnis unverfälschter Natur oder noch weitgehend ursprünglicher Kulturen abseits der Zivilisation. Der Veranstalter hat 'sich zum Ziel gesetzt, das „Erlebnis Natur – Tier – Mensch" in den Mittelpunkt zu stellen'.
Im weiteren ist eine der logischen Konsequenzen auch, dass bei entsprechendem Konsum natürlich nicht mehr auf die vorhandene Infrastruktur an Bankomaten verzichtet werden kann. Wikipedia sagt weiter: Das Unterwegssein aus eigener Kraft, mit einfachen Mitteln und geringen Ansprüchen ist der Schlüssel zum intensiven Erlebnis, zur Rückbesinnung auf die Wurzeln des Lebens. Für viele Menschen unserer hoch technisierten Welt ist Trekking ein Gegenpol zur Berufsbelastung, die Verwirklichung ihrer Sehnsüchte nach elementarer Natur und dem Leben in und mit dieser Natur. Auch der Veranstalter wirbt mit diesem Erlebnis, mit Stille und Ruhe. Und er verspricht Abenteuer und Naturerfahrung. Stattdessen werden wir mehrfach am Tag von klingelnden Handys aus den Gedanken gerissen, während des Wanderns irgendwo im Wald oder über einen Feldweg, und die Anrufe werden lautstark entgegen genommen, und verhindern zwangsläufig das Abschalten und Loslassen vom Alltag. Auch reicht es nicht mehr, abends die Isomatten einfach im Heustadl eines Bauern auszurollen. Es muss gepflegt im Gasthof genächtigt werden, wenn möglich gar im Einzelzimmer. Zugegebenermassen behagt aber auch mir der Gedanke nicht, mich inmitten einer Horde Betrunkener schlafen legen zu müssen. Last but not least: Mitten in München lebend und mind. 1 Std./Tag in den Auspuffgasen auf dem mittleren Ring und auf der A9 verbringend, habe ich mich auf die frische Luft in unberührter Natur gefreut. Stattdessen komme ich vom Regen in die Traufe, und stecke nun unausweichlich im noch weitaus unangenehmeren Dauerqualm, von früh morgens noch vor dem Frühstück bis spät abends. Keine Chance, sich dem zu entziehen. Es wird geraucht im Sitzen - selbst beim Essen ist immer mind. 1 Zigarette an -, im Stehen und im Gehen, wahrscheinlich sogar auch noch im Liegen, aber wenigstens das entzieht sich meiner Kenntnis. Von Tag zu Tag, und von Zigarette zu Zigarette wird es nerviger und unerträglicher, und noch nie zuvor hab ich das Ende meiner Urlaubstage derart herbeigesehnt wie diesmal, kein Abschied ist mir jemals leichter gefallen. Obwohl die Truppe durchwegs eigentlich nett, sympathisch und lustig ist, und ich mir sonst durchaus vorstellen könnte, eine nette Zeit mit ihnen zu verbringen. Schade. Sunday, May 11. 2008Youtube-Clip in eigener SacheWarum bin ich eigentlich nicht früher drauf gekommen? Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht, oder so ähnlich. Jedenfalls kam mir die Idee, einen eigenen Clip einzustellen. Er ist noch nicht fertig, es fehlt noch ein einleitender Kommentar und ein paar knappe aber treffende Parolen, für die ich eine männliche Stimme brauche. Das Bildmaterial ist auch nicht das Beste, und nach und nach werde ich die ein oder andere Sequenz austauschen. Weiss auch noch nicht, ob mich die Hintergrundmusik überzeugt... Vorläufig sieht das Ergebnis also so aus: Konstruktive Kritik und Anregungen willkommen!!
Posted by Jeanette
in Allgemeines, Reiten, Südamerika, Trekking
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Monday, April 28. 2008Mein 1. Tesch-TreffenFriday, April 18. 2008Siebdruck in Oruro/BoliviaWie schon berichtet, habe ich einen Großteil der Eintrittsgelder aus meinem Vortragsabend am 04.04.08 an das Projekt Renovacion Madre Nino vom CCF in Oruro/Bolivien gespendet. wir haben aus Bolivien die Nachricht bekommen, dass Ihre Spende für das Training von 4 Familien in der Siebdrucktechnik verwendet werden soll. Die Jugendlichen und Eltern werden in diese Technik geschult, die dann auch für das Bedrucken von T-Shirts dienen kann. So können die Familien anschließend ihre eigenen Produkte anfertigen und zum Verkauf anbieten, was wiederum zur Einkommenssteigerung beitragen kann. Foto folgt. Bin schon gespannt!!
Thursday, April 10. 2008Nochmal: Impressionen einer ReiseDer Vortrag am vergangenen Freitag war ein voller Erfolg. Schon am Mittwoch waren alle 100 Plätze reserviert, und so gab es eine lange Warteliste. Schlussendlich mussten etliche Interessierte enttäuscht wieder von dannen ziehen. Die Sicherheitsbestimmungen liessen einfach nicht mehr Zuschauer zu. Das Gute daran war, dass auf diese Weise ein recht stolzes Sümmchen an Eintrittsgeld zusammen gekommen ist, das großteils als Spende dem Projekt "Renovacion Madre Nino" vom CCF in Oruro/Bolivien zugute kommt. Und weil der Abend ein solcher Erfolg war, wird es nun eine Wiederholung geben. Diesmal lädt der deutsch-bolivianische Freundeskreis "Club Illimani" zum Vortrag ein. Er wird stattfinden am Samstag, den 03.05. 2008 um 19:00 im Pfarrsaal der Kirche St. Joseph in Schwabing. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. In der Pause werden bolivianische Leckerbissen angeboten. Hoffentlich bleibt da für mich auch was über! Sunday, March 30. 2008Lokal & Aktuell...unter dieser Rubrik des Bogenhausener Anzeigers erschien am 26.03. die folgende Anzeige: Wer sich den Vortrag am 04.04. gerne anschauen möchte, dem sei geraten, Karten vorab zu reservieren. Der Saal ist nicht übermäßig groß, und es gibt bereits jetzt etliche Reservierungen. Und 2 Tage später, also am Sonntag, den 06.04., wird es um 14:00 ein Interview geben auf www.calor-latino.de. Friday, March 14. 20081 Schritt vor und 2 zurückAuf den Tag genau vor 4 Monaten fing es an. Eine email mit dem Betreff "Altiplano zu Pferd". Von jemandem, der scheinbar denselben Traum leben möchte, unterwegs sein mit Pferden ... langsam, intensiv, im Einklang .... Es folgen etliche emails und Telefonate, die den Eindruck bestärken, dass wir dieselbe Wellenlänge haben und uns gut verstehen könnten. Also treffen wir uns, wieder exakt einen Monat später, auf ein verlängertes Wochenende beim Reiten. Wir verstehen uns auf Anhieb. Von Anfang an ist da eine unerwartete Nähe. Dennoch bestehe ich in der ersten Nacht auf getrennte Betten. Das wird nur widerwillig akzeptiert. Aber gut, wenn es darum geht, dann befinden sich die männlichen Hirnzellen bekanntlich woanders. Schon in der zweiten Nacht kann aber auch ich mich dem Zauber nicht entziehen. Natürlich ist da noch weitaus mehr: die gemeinsamen Ausritte durch die eisig-kalte Winterlandschaft, die gemütlichen Abende, an denen wir uns vorstellen und ausmalen, dass und wie wir unterwegs sein könnten, und an denen wir entdecken, wie sich unsere Ansichten und Vorlieben erstaunlich oft decken. Die Nähe wächst weiter, unser Traum rückt näher. Und wir scheinen uns dafür perfekt zu ergänzen. Dass er gleichzeitig eine Freundin hat, erzählt er mir erst, als es schon zu spät ist. Das war nicht fair!! Aber gut, er muss selber wissen, wie er das vereinbaren will. Als wir uns am Flughafen verabschieden, bleibt alles offen und möglich. Wie sehr er mich bereits für sich gewonnen hat, merke ich erst in den Tagen danach. Ich vermisse ihn mehr als mir lieb ist. Aber auch ihm scheint es nicht anders zu gehen. Zumindest lassen seine Nachrichten darauf schliessen. Weihnachten vergeht, Silvester steht vor der Tür. Ich habe dieses Jahr keinen Plan und werde es wohl ganz ruhig und unspektakulär zuhause verbringen. Wie so oft im Leben kommt es ganz anders. Zwei Tage vorher klingelt nachmittags das Telefon. Er klingt aufgewühlt, und erzählt, er habe gerade seine Freundin verlassen und stünde am Bahnhof. Natürlich lade ich ihn ein, nach München zu kommen. Beim Abendessen will ich wissen, was und wie alles passiert ist. Er erzählt nur was von einem Buch, das er auf einer beliebigen Seite aufgeschlagen hat und dort liest vom "Tag der Entscheidung". Weiter möchte er noch nicht darüber reden, und ich will ihn nicht drängen. (Fehler meinerseits). Diesmal will ich auf jeden Fall vorsichtiger sein und alles langsamer angehen lassen. Aber wieder überrollt er mich förmlich, und ich habe keine Chance. Was soll’s. Ich lasse mich drauf ein, es wird schon richtig sein und es wird schon alles gut gehen. Wenn DAS nicht das richtige ist, dann verstehe ich die Welt sowieso nicht mehr, oder noch weniger als bisher. Auf die Schnelle organisieren wir noch einen 2. Schlafsack und eine Isomatte, und etwas unvorbereitet und improvisiert machen wir uns auf, um Silvester im Zelt „in der Wildnis“ zu verbringen. Nur wir zwei, die Berge und der Schnee. Statt Mitternachtssekt gibt es heissen Glühwein. Das Jahr könnte nicht besser anfangen! Die Nacht ist lang und kalt, aber ich geniesse jeden Augenblick. (s. Eintrag vom 02.01.) Es ist gerade erst hell geworden, die Sonne ist noch nicht kräftig genug, um uns schon wieder aufzuwärmen, als sein Handy klingelt. Ich merke gleich, dass es seine Ex(?)-Freundin ist, schlüpfe eilig in die tief gefrorenen Schuhe und lasse ihn allein im Zelt, damit die beiden in Ruhe reden können. Ich weiss nicht, wielange ich durch die frisch verschneite einsame Landschaft stapfe, 15 Minuten, oder 20, oder eine halbe Stunde? Aber ich vertraue darauf, dass er weiss, was er will und was er dazu tun muss. (weiterer schwerer Fehler – ich sollte künftig weniger von mir auf andere schliessen). Er hat noch ein paar Tage frei, und ich hab ihm zugesichert so lange bleiben zu können, wie er mag. Ich selber muss am nächsten Morgen zur Arbeit. Den ganzen Tag über freue ich mich auf den Feierabend und den gemeinsamen Abend. Und wieder kommt alles anders. Ich bin schon auf dem Heimweg, als er anruft und mir eröffnet, dass schon in einer ¾-Stunde sein Zug fährt, zurück dorthin, wo er so plötzlich hergekommen war. Noch denke ich mir nichts dabei, schliesslich kann ich verstehen, dass sie eine klärende Aussprache braucht, nachdem sie so urplötzlich verlassen wurde. Meine Frage, ob ich mir Sorgen machen müsse, kann er allerdings nicht beantworten. Damit sind sie auf einmal da, meine ersten Zweifel, die mich ab jetzt für lange Zeit begleiten sollen, und mich in ein tiefes Loch stürzen lassen. Denn mittlerweile geht es längst um weit mehr als nur den Ritt. Nach seinem Wochenende mit ihr erklärt er mir, dass sie vereinbart hätten, sich für eine Weile nicht zu sehen, um Klarheit zu bekommen. Und dass er mich in dieser Zeit auch nicht sehen könne. Es vergehen 6 lange und schwere Wochen, in denen ich nichts mitbekomme, und nicht weiss, in welche Richtung er geht. Ich werde hin- und hergeworfen von Zweifel zu Hoffnung und Zuversicht, und wieder zurück zu Zweifel und Angst... mein Leben eine Geisterbahn... Ich weiss nicht, ob ich alles verwerfen soll, oder ob ich weiter in diese Richtung denken und planen soll.... Mühsam schleppe ich mich von email zu email, dazwischen verstreichen jedes Mal endlos lang erscheinende Tage. Er schreibt zwar etwas wirres Zeug - von Beziehungsproblemen in den letzten Jahren, davon, dass er das in den Griff kriegen will und eine tragfähige Basis schaffen wolle für ihn, für mich, für unsere Reise und das danach, und davon, dass er immer noch glaube, dass wir diese Reise gemeinsam verwirklichen könnten - und es lässt denken, dass er weiter auf dem richtigen, unserem gemeinsamen Weg ist. Und tatsächlich, endlich ruft er an, und will wieder herkommen für ein paar Tage. Bin mir zwar nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, und weiss auch nicht recht mit der Situation umzugehen, aber natürlich sage ich zu. Mit gemischten Gefühlen sehe ich dem Wochenende entgegen. Als er dann da ist, sind alle Zweifel wieder weg. Natürlich kann man nach diesen Wochen nicht einfach da anknüpfen, wo er uns davor einfach hat stehen lassen. Und dennoch ist seine Anwesenheit wie selbstverständlich, fast, als wäre er nie weg gewesen. Wieder auf den Tag genau 3 Monate nach der 1. email verbringen wir bei herrlichstem Winterwetter einen zwar anstrengenden aber entspannten Tag in den Bergen (s. Eintrag vom 14.02.), und die Zeit bis zu seinem Rückflug vergeht viel zu schnell, zum Reden und Aussprechen bleibt kaum Zeit (nächster Fehler?). Ich wiege mich wohl schon zu sehr auf der sicheren Seite, und gebe ihm sogar noch meine komplette DVD-Sammlung zu Südamerika mit nach Haus. Zwei Wochen lang höre ich nichts mehr von ihm. Keine SMS, keine email, kein Anruf. Als ich schliesslich bei ihm anrufe, bestätigen sich die neu aufgekeimten Befürchtungen. Es ist alles wieder zusammen gebrochen. Es habe wieder eine Annäherung zu seiner Freundin gegeben, sie hat wohl ein paar Mal angerufen, und nun weiss er nicht mehr ein noch aus. Er wisse nicht, was er von ihr will, er wisse nicht, ob und was er von mir will, er wisse auf einmal nicht mehr, ob er lieber wieder sein altes Leben will oder doch lieber ein neues.... Er sei überfordert. Er trauere um den Trümmerhaufen von alldem, was er sich bislang aufgebaut hat (was er ja aber in der Form gar nicht haben wollte, die ganze Zeit bisher). Mir scheint der Fall klar: wie bei den meisten unserer Mitmenschen ist auch bei ihm der Wille, mehr aus seinem jetzigen Leben zu machen, einfach nicht stark genug, um sich endgültig lösen und sich zu diesem einen notwendigen und entscheidenden Schritt dorthin entschliessen zu können. Da helfen keine Argumente, kein Überreden und kein Überzeugen, dieser Wille müsste aus ihm selbst kommen. Wenn der nicht da ist, macht alles keinen Sinn. Also will ich diesem Trauerspiel lieber gleich ein Ende setzen, und wir vereinbaren, uns unsere Sachen gegenseitig zurück zu schicken. (s. Eintrag v. 03.03.) Je länger ich nun auf das Paket warte, umso mehr Zweifel kommen wieder auf. War es wirklich richtig so? Schliesslich weiss ich aus eigener Erfahrung, dass der Weg zu einer solch einschneidenden Entscheidung ein langer Prozess ist, und nichts, was man von heute auf morgen beschliesst. Und auch wenn er diesen Traum schon weitaus länger mit sich trägt als ich, muss das nicht heissen, dass er schon genauso weit gekommen ist wie ich. Vielleicht braucht er wirklich nur noch etwas mehr Zeit, und ich sollte sie ihm geben. Als das Paket nach einer Woche immer noch nicht angekommen ist, ruf ich nochmal an. Meine Frage, ob meine Entscheidung richtig gewesen sei, beantwortet er nun eindeutig mit ja. Er ist inzwischen zu seiner Freundin zurückgekehrt, und er ist sich sicher, dass das richtig ist. Wie das mit der Aussage zusammen passt, dass er nach wie vor nächstes Jahr den Ritt machen will, erschliesst sich mir nicht. Sieht mir mehr aus nach einem Schritt vor und zwei zurück. Das war’s dann also. Die Nacht über bin ich noch erstaunlich gefasst, was aber wohl mehr den 2 Schlaftabletten zuzuschreiben ist. In der Arbeit ist es relativ ruhig, ich bin nicht ausreichend abgelenkt, und so bricht dann das ganze Elend und Ausmaß der Enttäuschung über mich herein. Zumindest kann ich jetzt endlich auch meinen Kollegen erzählen, was mich die ganzen Monate beschäftigt hat. Natürlich kann ich die Geschichte nur aus meiner Sicht erzählen, und so stösst das Ende bei ihnen auf dasselbe Unverständnis und dieselbe Schlussfolgerung wie bei mir selbst. Einerseits ein Trost, andererseits auch nicht. Immerhin, von einem bekomme ich ein aus Verpackungsmaterial gedrehten „Blumenstrauss“, der andere besorgt Nutella, Erdnussbutter und eine Flasche chilenischen Rotwein. Zwei Gläser davon reichen am Abend, um auch ohne Tabletten ruhig durchschlafen zu können. Auch Olga, die Katze, die ich derzeit zur Pflege habe, ist mir eine grosse Hilfe. Momentan sind sie zwar noch selten, aber zwischendurch habe ich schon wieder richtig gute Momente. Und auch wenn ich in dieser verzwickten Geschichte von uns dreien schlussendlich den vermeintlich traurigsten Part haben sollte, so würde ich doch keinesfalls mit einem der anderen beiden tauschen wollen. Erst recht nicht mit ihr, denn ich glaube, die Arme hat die viel üblere Rolle, und ich bin froh, nicht in ihrer Haut zu stecken. Tja, und ich? Immerhin weiss ich wieder, dass ich mir nicht selbst im Weg stehe, und noch nicht zu betäubt bin, um noch 'ja' zu sagen, wenn sich die richtige Gelegenheit dazu bieten sollte. Ob sie jemals kommen wird? Man wird sehen....
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