Ich schau ja immer noch sehr wenig fern, aber das hier ist doch wieder was, was zumindest mal interessant und sehenswert klingt. Ob es das auch wirklich ist muss isch natürlich erst noch rausstellen:
Ein dunkles Kapitel südamerikanischer Geschichte bildet den Rahmen für eine tragische Liebesgeschichte, einen Thriller und einen emotionalen Mutter-Tochter-Konflikt zugleich.
Das ZDF-Melodram "Mein Herz in Chile" mit Hannelore Elsner, Franco Nero und Bettina Zimmermann beschreibt die Machtergreifung des chilenischen Diktators Augusto Pinochet als persönliche Schicksalsgeschichte. "Eine griechische Tragödie" nennt es die 66-jährige Hauptdarstellerin Elsner. Der Zweiteiler wird an diesem Sonntag und Montag (jeweils 20.15 Uhr) ausgestrahlt.
Die ehemalige chilenische Widerstandskämpferin und Ärztin Laura Hansen (Elsner) kehrt 34 Jahre nach dem Militärputsch von 1973 in ihre Heimat zurück, weil ihre Mutter im Sterben liegt. Ihre Tochter Isabel (Zimmermann) reist ihr hinterher und deckt in Santiago die schmerzliche Vergangenheit ihrer Mutter auf. "Es ist ein schlimmes Schicksal, wenn eine Frau die Menschenrechtsverletzungen beim Militärputsch so lange in sich trägt, verdrängt und damit leben muss", sagt Elsner. Die Geschichte habe eine "ganz große emotionale Kraft und eine unglaubliche Wucht".
"Man muss immer aufpassen, dass man nicht zu sehr in die Melodramatik rutscht", sagt Regisseur Jörg Grünler ("Neger, Neger, Schornsteinfeger"). Er habe keine Inflation von Tränen gewollt. An emotionalen Szenen hat Grünler dennoch nicht gespart. "Ich denke, die Menschen wollen etwas sehen, wovon sie berührt werden", stimmt ihm Elsner zu, die zuletzt mit dem Kinofilm "Kirschblüten - Hanami" einen großen Erfolg gefeiert hat.
Die Geschichte des chilenischen Militärputsches an sich ist emotional genug. Unter dem sozialistischen Präsidenten Salvador Allende war das Land in eine schwere Wirtschaftskrise geraten. Am 11. September 1973 zettelte das chilenische Militär unter Führung von General Augusto Pinochet einen Putsch an. Pinochet herrschte danach 16 Jahre lang als grausamer Diktator. Über 3000 Menschen, oft Linke und Intellektuelle, wurden während seines Regimes getötet, Zehntausende gefoltert. 20 000 Menschen flohen.
"In meiner Generation weiß jeder, was während Pinochets Diktatur geschah", erklärt Franco Nero (66). Dass junge Menschen davon erfahren, sei "ein großes Ziel unseres Films." Der italienische Schauspieler wurde in den 60er Jahren als Italowestern-Held "Django" bekannt, hat sich von diesem Image aber längst gelöst. "In Deutschland werde ich überall Django genannt", beschwert er sich. "Dieses Phänomen gibt es nur hier." Im neuen ZDF-Film spielt er Carlos Sanchez, Laura Hansens große Liebe und Sohn eines im Putsch ermordeten Offiziers.
"Mein Herz in Chile" zeigt nicht nur schemenhafte Rückblenden auf den gewaltsamen Putsch, sondern oft ein einfach faszinierendes Land. "In Santiago und in Valparaiso habe ich erlebt, mit welcher Leidenschaft und Herzlichkeit in diesem Land gelebt wird", berichtet Produzent Sascha Schwingel. Hannelore Elsner würde Chile gerne auch privat besuchen. "Das Land hat mich total beeindruckt, es ist wunderschön", sagt sie. "Ich wäre gerne nach Patagonien in die Eislandschaften oder in die Wüste gefahren."
Und das ist die Webseite dazu: http://meinherzinchile.zdf.de/