Trekking bezeichnet eine besondere Form des Wanderns, das Zurücklegen einer längeren Strecke mit Gepäck, über einen längeren Zeitraum und unter weitestgehendem Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastruktur. Die Motivation liegt meist im intensiven Erlebnis unverfälschter Natur oder noch weitgehend ursprünglicher Kulturen abseits der Zivilisation.
Der Veranstalter hat 'sich zum Ziel gesetzt, das „Erlebnis Natur – Tier – Mensch" in den Mittelpunkt zu stellen'.
Hingegen muss ich mich von Anfang an fragen, ob es sich hierbei nicht um einen Tippfehler handelt, und es statt „Tier“ eigentlich „Bier“ heissen sollte. Selbst bei gutem Wetter wird kein noch so verqualmter und miefiger Gasthof ausgelassen. Die Mehrzahl der Teilnehmer befindet sich im Dauerrausch, mit all seinen Folgen. Das Ballermannklischee könnte nicht besser dargestellt und bestätigt werden.
Im weiteren ist eine der logischen Konsequenzen auch, dass bei entsprechendem Konsum natürlich nicht mehr auf die vorhandene Infrastruktur an Bankomaten verzichtet werden kann.
Wikipedia sagt weiter: Das Unterwegssein aus eigener Kraft, mit einfachen Mitteln und geringen Ansprüchen ist der Schlüssel zum intensiven Erlebnis, zur Rückbesinnung auf die Wurzeln des Lebens. Für viele Menschen unserer hoch technisierten Welt ist Trekking ein Gegenpol zur Berufsbelastung, die Verwirklichung ihrer Sehnsüchte nach elementarer Natur und dem Leben in und mit dieser Natur.
Auch der Veranstalter wirbt mit diesem Erlebnis, mit Stille und Ruhe. Und er verspricht Abenteuer und Naturerfahrung.
Stattdessen werden wir mehrfach am Tag von klingelnden Handys aus den Gedanken gerissen, während des Wanderns irgendwo im Wald oder über einen Feldweg, und die Anrufe werden lautstark entgegen genommen, und verhindern zwangsläufig das Abschalten und Loslassen vom Alltag.
Auch reicht es nicht mehr, abends die Isomatten einfach im Heustadl eines Bauern auszurollen. Es muss gepflegt im Gasthof genächtigt werden, wenn möglich gar im Einzelzimmer. Zugegebenermassen behagt aber auch mir der Gedanke nicht, mich inmitten einer Horde Betrunkener schlafen legen zu müssen.
Last but not least: Mitten in München lebend und mind. 1 Std./Tag in den Auspuffgasen auf dem mittleren Ring und auf der A9 verbringend, habe ich mich auf die frische Luft in unberührter Natur gefreut. Stattdessen komme ich vom Regen in die Traufe, und stecke nun unausweichlich im noch weitaus unangenehmeren Dauerqualm, von früh morgens noch vor dem Frühstück bis spät abends. Keine Chance, sich dem zu entziehen. Es wird geraucht im Sitzen - selbst beim Essen ist immer mind. 1 Zigarette an -, im Stehen und im Gehen, wahrscheinlich sogar auch noch im Liegen, aber wenigstens das entzieht sich meiner Kenntnis. Von Tag zu Tag, und von Zigarette zu Zigarette wird es nerviger und unerträglicher, und noch nie zuvor hab ich das Ende meiner Urlaubstage derart herbeigesehnt wie diesmal, kein Abschied ist mir jemals leichter gefallen. Obwohl die Truppe durchwegs eigentlich nett, sympathisch und lustig ist, und ich mir sonst durchaus vorstellen könnte, eine nette Zeit mit ihnen zu verbringen.
Schade.