Heute vor 5 Jahren bin ich zum 2. Mal nach Kolumbien eingereist, diesmal von Venezuela aus kommend. Wieder ging die Fahrt durch gefährliches Guerrilla-Gebiet. Aber es blieb alles ruhig, und nichts geschah. Für mich also ein ganz gewöhnlicher Tag. Nicht so jedoch für die Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt und ihre Assistentin Clara Rojas. Ich hörte es abends in den Nachrichten, dass die beiden am selben Tag durch die Guerilla FARC entführt worden waren. Und immer noch sind sie in den Händen der FARC, also seit nunmehr 5 Jahren!!
Nähere Infos auf folgenden Seiten:
betancourt.blogg.de/
betancourt.info/indexFr.htm
betancourt4free.de/
brigitte.de/frau/gesellschaft/betancourt/
greens.org/ingrid/free_ingrid.htm
kolumbien-blog.com
Aber nicht nur in Kolumbien liegt noch vieles im Argen. In Argentinien haben in den vergangenen Monaten zwei Verschleppungen von Belastungszeugen in Prozessen um die Verbrechen der Militärjunta eine Debatte um die Überreste der Militärdiktatur (1976–1983) angeheizt. Über die Hintergründe ihrer Entführungen besteht kein Zweifel. Der zweite verschleppte Zeuge tauchte inzwischen wieder auf – mit Folterspuren. Hochrangige argentinische Politiker räumten gegenüber der nationalen Presse ein, dass Teile der Sicherheitskräfte in die Verbrechen verwickelt sein könnten.
In Argentinien und auch in Chile kämpfen immer noch die Angehörigen von Verschwundenen um ihre Rechte.
Eigentlich wollte ich im Februar 1998 in Santiago das Konzert von U2 besuchen. Es ging dann aber leider doch nicht. Nur leise konnte ich es aus der Ferne hören, ich hab nur wenige km vom Stadion weg gewohnt. Umso mehr freue ich mich jetzt, diesen Clip gefunden zu haben:
Immer wenn ich hier in Selbstmitleid zu versinken drohe, macht er mir wieder bewusst, wie gut es mir doch eigentlich geht, und wie nichtig meine Probleme erscheinen in Anbetracht all des Leids, das diese Menschen durchmachen und ertragen mussten und immer noch müssen.